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Anfänge sind zauberhaft

Magisch wie ein weißes Blatt: Im großen Interview erzählt Judith, warum sie im Start ins neue Jahr etwas Magisches sieht. Wir selbst haben es in der Hand, wie es weitergeht – und sollten uns für alles Erreichte auch immer wieder selbst loben. Judith verrät, mit welchem Ritual sie das persönlich macht und was es mit dem ganz besonderen „Meeting” mit ihren Töchtern zum Jahresende auf sich hat.

Judith Williams im Interview

Redaktion:Willkommen im Jahr 2020! Hattest du einen guten Start?

Judith Williams :Es war wunderbar entspannt. An Silvester haben wir immer Freunde zu Hause und feiern herrlich unspektakulär ins neue Jahr. Wir essen die Reste von Weihnachten auf, machen Bleigießen, liegen irgendwann mit vollem Bauch auf den Sofas rum und sind einfach dankbar, dass wir zusammen sein können.

Redaktion:Was kam bei dir beim Bleigießen raus? Etwas Magisches?

Judith Williams :Wie man’s nimmt, es war ein undefinierbarer Bleiklumpen (lacht). Dabei hatte ich mir ganz genau vorgestellt, was ich gießen wollte: ein großes Quadrat, in das ganzviele Menschen hineingehen. Das wäre das perfekte Symbol gewesen für das neue Gebäude, das wir gerade in Innsbruck bauen. Wir werden ja viele Start-ups unter einem Dach versammeln und haben soooooo große Pläne! Es soll eine richtige Beauty World werden, mit einem eigenen Innovation Lab, mit dem wir unsere Forschung weiter ausbauen. Aber ich gebe zu, für  Bleigießen wäre das wahrscheinlich zu komplex gewesen (lacht).

Redaktion:Wie hast du als Kind Silvester gefeiert?

Judith Williams :Mein Vater hat meistens gesungen und meine Mutter hat ihn begleitet. Also habe ich auf meine beiden kleinen Geschwister aufgepasst. Wir fanden das mega! Endlich durften wir Süßigkeiten essen, Fernsehen gucken – wir hatten also richtig sturmfrei! Irgendwann sind wir alle eingeschlafen und um eins oder zwei kamen auch schon meine Eltern zurück.

Redaktion:So ein Start in ein neues Jahr: Bist du eher melancholisch, weil das alte Jahr so schnell vorbeigegangen bist oder freust du dich vor allem auf das neue?

Judith Williams :Grundsätzlich liebe ich Neuanfänge, es ist jedes Mal wie frische Luft, als würde man durchlüften! Und genau so geht es mir mit dem Jahreswechsel. Plötzlich liegt da ein weißes Blatt Papier vor dir und du alleine kannst bestimmen, wie es weitergeht. Das hat etwas Magisches an sich, finde ich. Hermann Hesse hat es auf den Punkt gebracht: „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.“

Redaktion:Für viele sind Anfänge eher belastend. Nicht umsonst stöhnt man ja oft „Herrje, ich bin ja erst am Anfang.“

Judith Williams :Und das ist so schade! Denn gerade in einem Neubeginn liegt eine unglaubliche Kraft. Man kann befreit aufschlagen und vielleicht sogar über sich selbst hinauswachsen. Ich weiß noch genau, wie ich mit meiner Firma angefangen habe. Natürlich war es ein großes Abenteuer und es hat mich auch immer wieder mal zurückgeworfen, aber im Rückblick kommt es mir wie ein Baby vor, das laufen lernt. Und dabei zuzusehen, beziehungsweise aktiv dabei zu sein, ist doch wunderbar! Glaubt mir: Anfänge sind zauberhaft.

Redaktion:Du bist ja für deine Rituale  bekannt. Bist du auch mit einem ins neue Jahr gestartet?

Judith Williams :Zwischen Weihnachten und Silvester, also zwischen den Jahren, wie man so schön sagt, gehe ich immer alleine in die Stadt, setz’ mich ins Café Luipold, bestelle ein Glas Champagner und stoße auf mich an.

Redaktion:Da lässt es sich jemand gutgehen!

Judith Williams :Stimmt! Aber ich finde, jeder sollte sich dieses kleine Ritual angewöhnen: einmal im Jahr klopft man sich auf die Schulter und stößt im wahrsten Sinne des Wortes auf sich an. Ich finde, das macht man viel zu selten. Mit sich selbst ist man oft so streng, dabei sollten wir uns viel öfter sagen: „Du machst das super und schau mal, was du alles schon geschafft hast. Du kannst stolz auf dich sein!“ Ich finde der Jahresanfang ist ein guter Zeitpunkt, um sich selbst mal zu loben.

Redaktion:Mit deinen Töchtern hast du auch ein Ritual eingeführt. Davon musst du uns erzählen.

Judith Williams :Vor vier Jahren haben wir damit begonnen. Wir schließen uns zwischen den Jahren bei mir im Büro ein, die Mädels haben heißen Kakao dabei und dann haben wir ein „Meeting“, wie die beiden das immer nennen.

Redaktion:Das klingt geschäftig.

Judith Williams :Das ist es auch (lacht). Auf meinem riesigen Whiteboard schreiben die beiden zunächst auf, wofür sie dankbar sind, welche Ziele sie für das nächste Jahr haben und wie sie es erreichen wollen. Das „Wie“ ist dabei ganz entscheidend, denn Träumen können alle, aber die Umsetzung ist entscheidend! Wenn die Tafel voll ist – ich lasse es übrigens das ganze Jahr dort stehen – geht es an die Vertragsunterzeichnung. Yep, meine Mädels nehmen das ernst! Im Vorfeld haben die beiden am Computer einen Vertrag vorbereitet, in dem noch einmal aufgeführt ist, was sie erreichen wollen und wie ich sie dabei unterstützen kann. Am Ende unterschreiben wir alle.

Redaktion:Darfst du verraten, was drinsteht?

Judith Williams :Verträge unterliegen natürlich der Geheimhaltung (lacht). Aber ich finde dieses Ritual ganz wunderbar: Wir lassen das letzte Jahr noch einmal in aller Ruhe Revue passieren. Schauen, was schön war, und wo es vielleicht auch kleine Downs gab. Und dann blicken wir alle nach vorne und halten das auch schriftlich fest. Es ist wirklich so lustig, aber je älter die beiden werden, desto ernster nehmen sie das. Wenn ich nicht pünktlich zu unserem „Meeting“ komme, werde ich streng ermahnt. Ich muss mich dann echt warm anziehen!

Redaktion:Die beiden wurden zu Weihnachten sicher reich beschenkt. Aber abseits von allem Materiellen: Was wünschst du den beiden?

Judith Williams :Ich wünsche mir, dass sie sich bewusst sind, was für großartige Menschen sie sind. Und dass sie ihre Stärken und Fülle sehen! Jeder Mensch hat Stärken und Talente, aber nicht jeder sieht sie. Ja, ich wünsche meinen Kindern, dass sie sich so sehen, wie ich sie sehe, mit all ihrem Potential, das in ihnen steckt. Und ich hoffe, dass sie später das machen, was ihnen ihr Herz sagt. Sie sollen ihre Berufe nicht aus Eitelkeit oder Geld heraus wählen. Sondern sie sollen sich fragen: Wo liegt meine Leidenschaft? Was will ich wirklich? Worin bin ich stark? Und wenn das klar ist: mit Vollgas nach vorne!

Redaktion:Schau mal kurz in die Glaskugel. In einem Wort: Wie wird 2020?

Judith Williams :Spitze!

Redaktion:Danke für das Interview, liebe Judith.

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Kommentare

  1. Super interressantes Interview, für 2020 sag ich nur: wo keine Vision , geht ein Volk zugrunde,finde es stark wie Judith hoffnungsvoll und visionär weitergeht .

    • Liebe Christine,

      vielen Dank für deinen Beitrag.
      Wie schön, dass du es ähnlich siehst wie Judith.
      Visionen sind wichtig im Leben und geben dem Menschen Mut und Hoffnung.

      In diesem Sinne wünschen wir dir einen wundervollen Start ins Jahr 2020.

      Herzliche Grüße,
      deine live your dream Redaktion

  2. Das war ein tolles Interview. Ich finde Rituale auch sehr schön. Sie geben einen Kraft und Sicherheit.

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