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BitterLiebe: Die Erfolgsroutinen der Start-up-Gründer

Die Macht der Gewohnheit – dabei denken wir meist an das schlechte Gewissen, wenn wir zum Beispiel (wieder) auf dem Sofa versacken oder (erneut) abends nur die TK-Pizza warmmachen statt zu kochen. Doch Gewohnheiten wirken auch in die andere Richtung: Wir können uns nämlich auch ein Verhalten „angewöhnen”, das uns weiterbringt.

Nach ihrem Deal in „Die Höhle der Löwen” starteten die Gründer Jan Stratmann und Andre Sierek durch: BitterLiebe wuchs von zwei Mitarbeitern auf heute zehn (plus fünf Freelancer!) und verkauften sie im Jahr 2018 noch ein paar Tausend Produkte, sind es heute schon über eine Million! Zweimal mussten sie ihre Unternehmensziele und Planungen schon nach oben korrigieren, erzählt Jan lachend. Der DHDL-Auftritt und der Deal mit Judith habe ihr Unternehmen um fünf Jahre beschleunigt, schätzt Andre. Mit dem Erfolg wuchs aber auch die Komplexität. „Man braucht einfach feste Prozesse, wenn man so stark wächst. Ohne die wäre effizientes Arbeiten gar nicht möglich.”

Daily Huddle: ein tägliches Update

Das wichtigste Ritual, Andre und Jan eingeführt haben, ist das Daily Huddle. Mit „Huddle” bezeichnet man im Englischen einen „Haufen”. Im American Football ist damit der Moment gemeint, wenn die Spieler die Köpfe zusammenstecken und ihre Spielstrategie besprechen.

Das wird nun aufs Büro übertragen: Sobald Jan, Andre und ihre Marketingchefin morgens zusammenkommen beantwortet jeder von ihnen im Daily Huddle diese drei Fragen:

1.Was sind meine Top-3-Prioritäten für heute?

2.Was habe ich gestern erreicht?

3.Wo stecke ich fest?

Auch die Teamleiter von BitterLiebe machen das Daily Huddle mit ihren Mitarbeitern.

Was bringt das?

„Man holt einfach mehr aus dem Tag raus, weil jeder weiß, wo der andere und das Unternehmen gerade stehen”, erzählt Jan. Außerdem vermeidet man, dass zwei Leute dieselbe Sache angehen und so wichtige Zeit vergeudet wird. Den anderen Rede und Antwort stehen zu müssen, was man vorhabe, zwinge einen auch, Struktur in den Tag zu bekommen und „nicht einfach drauf loszuarbeiten”.

Extratipp: Daily Huddle funktioniert auch ohne Team

Die drei Fragen kann man sich problemlos auch alleine stellen. Am besten schreibt man sich dann zu den einzelnen Punkten Stichworte auf und fixiert so seine Gedanken (und kann später immer wieder nachlesen). Man vergewissert sich auf diese Art noch einmal the big picture und verheddert sich nicht im Klein-Klein des Alltagsbusiness. An jedem Tag weiß man so, wo die größten Herausforderungen liegen und was schon geschafft wurde.

Achtung, Zeitlimit!

Am Anfang gab es bei Jan und Andre keine zeitliche Beschränkung für das Daily Huddle – was dazu führte, dass es komplett ausuferte. „Manchmal hat einer alleine über eine halbe Stunde geredet”, erinnert sich Jan. „Das war natürlich totaler Quatsch, denn wir wollten die Arbeit ja effektiver machen durch das Tool und nicht verlangsamen.” Heißt: Jetzt gibt es ein festes Limit. Genau fünf Minuten hat jeder Zeit, die drei Fragen zu beantworten. Das schafft Struktur und man kommt nicht vom Hölzchen aufs Stöckchen.

„Der Auftritt bei DHDL und der Deal mit Judith haben unser Unternehmenswachstum um fünf Jahre beschleunigt”

Andre und Jan, BitterLiebe-Gründer

Wie setzt man Prioritäten? Das OKR-Modell

Jan und Andres grundsätzliches Mantra beim Thema Prioritätensetzung: Das Wichtigste wird zuerst erledigt (egal, ob man dazu Lust hat oder nicht). Aber woher weiß man, welche die wichtigsten Aufgaben sind? Die beiden Gründer nutzen dafür das sogenannte OKR-Modell, das berühmt wurde, weil Google damit rasant wuchs.

Worum geht es? OKR steht für „Objectives and Key Results”, sprich Ziele und Kernergebnisse/entscheidende Ergebnisse. Einfach gesagt: Mit dieser Methode können Unternehmen Ziele leichter festlegen, umsetzen und die Fortschritte verfolgen.

Und das geht so: Jedem Ziel (Objective) werden bestimmte Ergebnisse zugeordnet, die es braucht, damit das Ziel erreicht wird. Dadurch wird ein zunächst vages Ziel oder eine Vision konkret. So wurde zum Beispiel aus …

… der Listung bei dm  (Ziel)…

… die dafür notwendigen Ergebnisse:

– erfolgreicher Kontakt zum zuständigen Einkäufer

– Nachweis der Liefer- und Produktionsfähigkeit

In der Praxis kann man nun sich (und seinen Kollegen) einzelne Ergebnisse mit Deadlines zuordnen.

Übrigens: Was die Festlegung der Ziele betrifft: Diese werden nicht „von oben” diktiert, sondern zwischen Chefs und Mitarbeitern besprochen. Und: Es dürfen nicht zu viele sein, um sich nicht zu überfordern – maximal fünf Ziele mit jeweils nicht mehr als vier Ergebnissen, empfiehlt Rick Klau, ehemals Produktmanager bei Google, in diesem Video-Vortrag.

Kalt was? Jaaaaaa, ab unter die kalte Dusche!

Als besonderes Schmankerl berichtet Andre noch von einem ungewöhnlichen Morgenritual außerhalb des Büros. Er schwört nämlich auf … yep, eine kalte Dusche. Also eine richtig, richtig kalte! Und das gilt nicht nur für heiße Sommertage: Hat sich der Körper einmal daran gewöhnt, ist das auch an ohnehin schon bitterkalten Wintertagen zum Aushalten – sagen jedenfalls die Fans dieser Methode.

Das kalte Wasser hat verschiedene Effekte – unter anderem schützt es den Körper vor Erkältungen. Viele Gründer, die die Methode für sich ebenfalls entdeckt haben, berichten aber auch von einem emotionalen Kick – ganz nach dem Motto: Wenn ich das geschafft hab, kann ich noch viel mehr erreichen! Wieder andere haben das Gefühl, im Kopf klarer und präsenter zu sein… Andre erzählt, dass er durch die kalte Dusche vor allem schlagartig wach und im Hier und Jetzt ist. „Man ist sofort da und bereit, loszulegen. Man wird zwar einmal komplett durchgeschüttelt, aber das ist es Wert”, lacht er.

Übrigens: Die Methode hat „The Iceman” Wim Hof populär gemacht. Im „Goop Lab” von Gwyneth Paltrow ist er damit zu Gast gewesen und hat ihr Team in den eiskalten See geschickt. Auf Netflix könnt ihr sehen, wie Gwyneths Team im Eis bibbert – sehr unterhaltsam aber auch bewegend zu sehen, was das kalte Wasser mit den Menschen macht!

Nach der Dusche legt sich Andre noch zehn Minuten auf eine Akupressurmatte. Diese soll Schmerzen und Spannungen lösen, die Durchblutung fördern, für bessere Energie sorgen und Endorphine freisetzen. Bei den ersten Malen ist es noch etwas schmerzhaft (und der Rücken sieht lustig zerstochen aus!), aber gewöhnt der Körper sich erst einmal dran, werden die Nadeln als wohltuend empfunden.

Die Power von Bitterstoffen

Mit BitterLiebe haben Jan und Andre einen Nerv getroffen: Denn das Thema, etwas für sein Wohlbefinden zu tun, war noch nie so wichtig wie heute. Dabei ist die Idee der beiden, die Gesundheit mit Bitterkräutern zu unterstützen, uralt. Schon Hippokrates (460-370 v.Chr.) empfahl bittere Kräuter bei Beschwerden.

Aktuell bietet BitterLiebe drei verschiedene Produkte an: Tropfen, Kapseln, ein Pulver und einen Tee. Wer Mitglied im ‘Bitterclub’ wird (kostenlos), kann Punkte sammeln und diese gegen kleine Belohnungen eintauschen. Hier geht es zum Shop, in dem gerade exklusive Rabatte auf ausgewählte Produkte winken.

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Kommentare

  1. Ilonka Stahleder 07.10.2020, 15:29

    Suuuper ich liebe es l.g aus Wien

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