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Elixr: So startete das Unternehmen nach "Die Höhle der Löwen" durch

Für das Interview erreichen wir Gründerin Jenny Rathgeber – #stayathome – im Homeoffice! Ihr kleines Kind spielt im Hintergrund, Unternehmensführung im Ausnahmezustand. Wir sprechen mit ihr über emotionale Balance in dieser schwierigen Zeit, was sich durch die Zusammenarbeit mit Judith verändert hat und wie sie ihren Auftritt im „Löwengehege” erlebt hat.

Jenny Rathgeber im Interview

Redaktion:Erst einmal: Wie geht es euch in diesen Tagen?

Jenny Rathgeber :Es sind natürlich für alle harte Zeiten. Wie so viele Familien sitzen wir gerade zu Hause mit einem Kleinkind, das sonst in der Kita wäre und „nebenbei” halten wir unser Startup am Laufen.

Redaktion:Vielen Unternehmen bricht gerade der Umsatz ein – wie sieht es bei euch aus?

Jenny Rathgeber :Zum Glück nicht, eher im Gegenteil: Ich habe das Gefühl, dass sich die Leute gerade jetzt etwas Schönes gönnen wollen – fürs Innere und Äußere. Natürlich, wenn eine große Rezession kommt, wird sie uns auch treffen. Jeder gibt dann natürlich weniger Geld aus. Aber mir scheint, dass unsere Produkte wie gemacht sind für schwierige Zeiten. Gesundheit, emotionale Balance, genau das wünscht man sich doch gerade.

Redaktion:Erzähl noch einmal genau, was ihr vertreibt und wie eure Produkte auf diese emotionale Balance wirken.

Jenny Rathgeber :Angefangen haben wir mit einem Mundöl, mit dem man das so genannte Ölziehen machen kann. Dieses ist eine ayurvedische Tradition der Mundpflege. Indem wir ausgewählte ätherische Öle hinzugefügt haben, haben wir das Ganze auf eine neue Stufe gehoben, denn so bringen wir noch die Aromatherapie mit rein – und diese wirkt auf unsere Psyche. Jedes Öl triggert etwas in uns, das läuft über das limbische System im Gehirn ab. Das Orangenöl zum Beispiel wird aus Orangenschalen kalt gepresst und regt unsere Laune an. Andere Öle sorgen für einen besseren Fokus oder auch Entspannung. Inzwischen haben wir unsere Produktpalette erweitert und bieten auch Seifen für den Körper und die Hände an.

Redaktion:Die Unterzeile eurer Naturkosmetik lautet: for Beauty and mind.

Jenny Rathgeber :Ja, das war unsere Leitidee: ein Produkt zu schaffen, das nicht aufs Äußere, sondern auch aufs Innere wirkt. Ätherische Öle sind auch gerade in Krisenzeiten die perfekten Helferlein, denn sie haben eine unfassbare Power: Sie unterstützen uns seelisch und körperlich. Übrigens: Im Herbst bringen wir ein Desinfektionsmittel raus. Dieses hatten wir schon vor Corona geplant, aber es kommt sicher zur richtigen Zeit.

Redaktion:Vor fast einem halben Jahr wart ihr in der Höhle der Löwen. Kannst du dich an das Gefühl erinnern?

Jenny Rathgeber :Na klar! Obwohl wir den Pitch vorher bestimmt 100 Mal geübt hatten, war ich so nervös, dass ich echt kurz meinen Text vergessen hatte. Ein Mitarbeiter der Produktion war so nett, mir den Zettel mit meinen Notizen noch einmal in Sekundenschnelle zu holen. Ich hab schnell einen Blick drauf geworfen und dann war der Text Gott sei Dank wieder da und alles lief wie am Schnürchen.

Redaktion:Wie lange hat der Pitch vor den Löwen gedauert?

Jenny Rathgeber :Der Pitch ging recht schnell. Der größte Teil war die Fragerunde im Anschluss. Aber auch diese ging im Vergleich zu anderen Pitches recht fix über die Runden: Nur eine Stunde gab’s Fragen. Fürs Fernsehen wurde natürlich gnadenlos gekürzt auf einen kleinen, aber sehr feinen Ausschnitt.

Redaktion:Irgendwann habt ihr dann den magischen Satz gehört: „Ich mach euch ein Angebot.” Wie war das?

Jenny Rathgeber :Das ging runter wie Öl – im wahrsten Sinne des Wortes! (lacht) Das Tolle war, dass wir ja zwischen mehreren Angeboten wählen durften und sich die Löwen gegenseitig hochgeboten haben. Das war wirklich ein gutes Gefühl. Nach so unendlich viel Arbeit wurden wir dafür belohnt, dass wir mit unserem Start-Up anscheinend den Nerv der Zeit getroffen haben.

Redaktion:Wusstest du in dem Moment, dass euer Business damit den Turbo einlegt?

Jenny Rathgeber :Wir haben es ein bisschen geahnt. Wobei wir die Ausmaße wirklich nicht absehen konnten.

Redaktion:Wo steht ihr heute?

Jenny Rathgeber :Es ist komplett crazy wie sich alles entwickelt hat. Wir haben heute 3000 Verkaufspunkte in Deutschland, Österreich und der Schweiz und konnten Listungen bei wichtigen Handelspartnern wie dm erreichen. Vor der Show hatten wir einen Umsatz von 40.000 Euro innerhalb von zwei Jahren. Nachdem Judith eingestiegen ist, konnten wir in nur acht Handelswochen unseren Umsatz auf das fünfzigfache steigern: auf zwei Millionen Euro!

Redaktion:Irre! Umso erstaunlicher, dass ihr wirklich alles alleine macht. Ihr seid immer noch ein Zweierteam!

Jenny Rathgeber :Eigentlich wollten wir gerade Leute einstellen. Wir sind vor kurzem von Freiburg zurück nach München gezogen und haben hier ein Office gemietet. Doch dann kam Corona…

Redaktion:Eine letzte Frage: Viele arbeiten momentan mit Kindern im Homeoffice. Beziehungsweise: versuchen es! Euer Tipp, wie man beides unter einen Hut bekommt?

Jenny Rathgeber :Hörbücher, Hörbücher, Hörbücher! Unser Kleiner liebt die! Und sobald er beschäftigt ist, können wir loslegen... (lacht)

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Kommentare

  1. Doris Weiß 22.04.2020, 08:12

    Ich freue mich dies alles zu lesen , egal wer , egal mit was …..sehr mutig . Such ich hatte ein kleines Strick/Wolle Café und musste es leider nach zwei Jahren schließen . Jetzt gehe ich jeden Tag zur arbeite und bin unglücklich …. deinen Traum leben zu können ist etwas so wunderbares 😊☀️🌸ich würde es gerne wieder tun

    • Liebe Doris,

      vielen Dank für deinen Kommentar❤️.
      Es tut uns sehr leid, dass du dein Café schließen musstest.
      Vielleicht kannst du eines Tages erneut deinen Traum leben.
      Never give up and live your dream.

      Herzliche Grüße,
      deine live your dream Redaktion

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