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Judith im Interview zu ihrem neuen Buch

Schon wieder ein neues Baby in Judith’s Leben: Ihr neues Buch „Wie Träume fliegen lernen“. Im Gespräch erzählt die Powerfrau, warum sie mit ihrer eigenen Geschichte anderen Frauen Mut zu machen will. Judith spricht offen von ihrem vielseitigen Alltag zwischen Karriere und Family und verrät, warum ihre Kinder die Hände überm Kopf zusammenschlagen, wenn sie Puderzucker über Kuchen streut…

Judith Williams im Interview zu Ihrem neuen Buch „Wie Träume fliegen lernen“

Redaktion:Judith, wie ist die Idee zu deinem neuen Buch entstanden?

Judith Williams:Schon lange habe ich mir gewünscht, Menschen meine Geschichte zu erzählen und sie damit zu inspirieren. Ganz ehrlich und offen, wie von Freundin zu Freundin. Dazu gehören natürlich auch Tiefschläge in meinem Leben und wie ich damit umgegangen bin. Ich möchte mit dem Schein aufräumen, dass bei erfolgreichen Menschen angeblich alles perfekt ist. Wenn man hinter die Kulissen blickt, sieht man doch sehr schnell, dass wir alle mit ähnlichen Themen und Hindernissen zu kämpfen haben.

Redaktion:Du beschreibst im Buch humorvoll den Versuch, einmal eine „Supermom“ zu sein. Hast Du akzeptiert, dass nicht immer alles perfekt läuft?

Judith Williams:Ich versuche immer Supermom zu sein – beim Backen gelingt es mir aber oft nicht (lacht)! Meine Kinder rufen mir dann zu: „Mama, bitte nicht schon wieder zwei Zentimeter Puderzucker auf die verbrannten Muffins streuen. Wir merken trotzdem, dass sie verbrannt sind!

Redaktion:Wie gelingt dir der Spagat zwischen Job und Family?

Judith Williams:Das Thema Working Mom bewegt uns alle. Leider stecken noch in vielen Köpfen vorgefertigte Bilder, wie eine „gute Mutter“ zu sein hat. Es ist schlimm, zu hören oder zu denken, man sei nicht gut genug. Deshalb gilt es, diese Bilder zu durchbrechen und Frauen eine erdrückende Last von den Schultern zu nehmen. Man muss nicht 24 Stunden daheim sein, man kann auch einem Beruf nachgehen und trotzdem eine liebevolle Mutter sein. Wenn ich drei Jahren zuhause geblieben wäre, wäre ich sicherlich eine ganz fürchterlich Mom gewesen. Aber ich habe allergrößten Respekt vor Frauen, die sich für diesen Weg entscheiden und in der Rolle aufgehen. Wir dürfen uns als Frauen nicht gegenseitig bewerten! Es ist eine der persönlichsten Fragen und Entscheidungen, die nur wir selbst beantworten können. Als Mutter hat man sowieso immer ein schlechtes Gewissen – das geht Frauen, die zuhause bleiben, genauso! Sie denken auch, dass sie alles noch besser machen könnten, als sie es ohnehin schon tun. Davon muss man sich verabschieden. Keine Mutter ist perfekt! Wichtig ist, dass Kinder wissen und spüren, dass du sie liebst.

Redaktion:Du bist Investorin bei „Die Höhle der Löwen“. Als das Angebot kam, hast du zunächst abgesagt. Warum?

Judith Williams:Ich habe erst ein paar mal abgesagt und meinem Mann erklärt, warum ich nicht die Richtige für den Job bin: Ich bin doch viel zu bunt und wollte da nicht so ernst mit Anzug und Taschenrechner sitzen. Ich bin doch nicht diese typische Investorin, dachte ich. Aber mein Mann sagte: „Du hast eine Erfahrung wie kaum ein anderer. Du fasst Produkte und Marken mit einer so liebevollen Art an.“ Vielleicht ist das frauentypisch: Wenn man uns eine Aufgabe gibt, dann fragen wir uns zuerst „Kann ich das überhaupt?“ oder „Würde ich diese Aufgabe überhaupt richtig gut machen?“. Dabei sind Frauen meist sehr gut qualifiziert. Ein Mann hingegen sagt sofort: „Na klar, mach ich.“ Sie haben einfach ein anderes Naturell.

Redaktion:Im Buch beschreibst du deine große Leidenschaft: das Tanzen. Dennoch hast du auch bei der TV-Show Let’s Dance anfangs gezögert.

Judith Williams:Bei Let’s Dance habe ich mich als Unternehmerin gefragt: Kann ich mir diesen Traum wirklich erfüllen? Du hast eine Firma und das ist eine große Sache, eine große Verantwortung. Darf ich mir nach zwölf Jahren so einen Exkurs erlauben? Ich habe in der Zeit viele Menschen getroffen, die darüber geklagt haben, dass sie in Schubladen feststecken. Das kennen viele von uns: Wir haben tolle Talente, die wir nicht zeigen können. Dann habe ich mein Umfeld genervt, dachte aber immer wieder: Nein, das kannst du nicht bringen. Erst meine Kinder haben mich überredet: „Weißt du, wie deine Augen leuchten, wenn du vom Tanzen redest. Du musst das machen! Uns sagst du doch auch immer: Lebe deinen Traum! Wir überleben die drei Monate schon!“.

Redaktion:War Let’s Dance rückblickend so, wie du es dir ausgemalt hast?

Judith Williams:Oh ja! Tanzen hat einen Zauber. Wir Menschen sind ja nicht das, was wir äußerlich sehen, sondern die Emotionen, die in uns stecken: Glück, Freude, Leid – in tausend Farben und Facetten. Ich finde, Tanzen macht aus Frauen Frauen und aus Männern Männer. Auch gleichgeschlechtlich übrigens! Es tut der Beziehung gut – mein Mann und ich tanzen sogar morgens in der Küche. Tanz eröffnet dir eine emotionale Welt. Du kannst dich wieder besser spüren, Sinnlichkeit erleben und du darfst du selbst sein. Es ist so wunderbar befreiend, weil wir alle doch sonst sehr stark funktionieren müssen in unserem Leben.

Redaktion:Woher nimmst Du die Kraft, all diese Projekte zu stemmen?

Judith Williams:Meine Power kommt aus tiefster Dankbarkeit. Denn nie im Leben hätte ich gedacht, dass ich so weit komme. Wir sind in bescheidenen Verhältnisse aufgewachsen. Dass ich heute so viel Aufmerksamkeit bekomme, und Menschen mir zuhören wollen, ist so ein großes Geschenk – irgendwie habe ich die Gabe bekommen, Menschen zu berühren – und nehme sie mit größter Dankbarkeit und Demut an.

Redaktion:In einem Kapitel liest man, dass du vor deiner Ehe auch mal ein Dating-Portal ausprobiert hast?

Judith Williams:Ja, ich dachte immer, ich sei sehr schwer vermittelbare Ware (lacht). Ich hatte bis dahin zwar nette Männer getroffen, aber nicht DEN Knaller. Die Männer, die ich kannte, konnten mit meiner vor Ideen sprudelnden Art überhaupt nicht umgehen, sie waren immer negativ und haben alles im Keim erstickt. Aber ich bin beim Online-Dating nicht viel weitergekommen, weil ich dann meinen Mann kennengelernt habe: ganz analog – auf dem 60. Geburtstag von Udo Walz.

Redaktion:Wie sieht dein Alltag Zuhause aus, wenn du mit deiner Familie allein bist?

Judith Williams:Ich versuche eine gute Hausfrau zu sein, mit der Betonung auf „versuchen“. Oft klappt es nicht, außer bei einer Sache: mein Käsekuchen ist legendär! Da stehe ich im Wettbewerb mit meiner lieben Schwiegermutter Isabella, die auch einen tollen Käsekuchen backt. Jede von uns versucht, bei Familienanlässen damit zu glänzen. Quality Time mit meinen Liebsten ist für mich das Größte und da fühle ich mich auch am wohlsten: Wenn die ganze Familie zusammen ist und wenn der Tisch zuhause voll ist.

Redaktion:In großen Runden zückst du auch gern mal den Schminkkoffer. Was hat es damit auf sich?

Judith Williams:Ich habe so einen Tick: Ich möchte gerne alle Menschen in meinem Umfeld verschönern, das ist ein Verschönerungs-Drang. Der macht vor niemandem Halt und meine Schwestern sind manchmal schon total genervt. Wahrscheinlich bin ich eine sehr nervige große Schwester.

Redaktion:Schminkst du dich eigentlich für jede Gelegenheit?

Judith Williams:Manchmal werde ich gefragt, ob ich auch mit Lipgloss zum Müll gehe. Da antworte ich: Ja! Mit Freude! Das Leben kann ein bisschen Glamour vertragen!

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Kommentare

  1. Liebe Judith,
    ich liebe dein Buch.
    Ich werde nächste Woche 30 und bin gerade im totalen Umbruch in meinem Leben. Ich gebe meine sichere Selbstständigkeit als Physiotherapeutin auf und kämpfe um mir einen Namen zu machen in der Eventbranche die übrigens meine Leidenschaft ist. Ich habe einige Tiefschläger im Leben einpacken müssen aber richte mich immer wieder auf und laufe dann nur umso schneller.
    Viele in meinem Umfeld verstehen mich nicht, das ich diesen ständigen Drang weiterzukommen und neues zu erschaffen habe.
    Dein Buch hilft mir dabei zu glauben das ich es schaffen kann. Du bist eine unglaubliche Frau, danke das du mich so an deinem Leben teilhaben lässt und mir Kraft gibst.

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