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„Man muss das Gründer-Gen haben“

Deutschland ist im Gründerfieber. Viele träumen davon, mit einem Start-up die Food-Szene zu erobern. Einer, der es mit Hilfe von Judith Williams geschafft hat, ist Daniel Gibisch. Zusammen mit seinem Bruder gründete er „Little Lunch“: Mit ihren Suppen gelang ihnen der Durchbruch. Im Interview gibt er Tipps, wie man erfolgreich ein Unternehmen gründet.

Daniel Gibisch von Little Lunch im Interview

Redaktion:Zusammen mit deinem Bruder hast du vor fünf Jahren Little Lunch gegründet: ein Start-up, das Bio-Suppen herstellt. Dafür habt ihr eure sicheren Jobs gekündigt und alles auf eine Karte gesetzt. Mutig!

Daniel Gibisch :Das höre ich immer wieder. Aber ehrlich gesagt finde ich das Risiko nach wie vor überschaubar. Ich meine, was hat man zu verlieren? Wir haben damals 50.000 Euro investiert. Natürlich, das ist erst einmal eine Menge Geld. Aber andere studieren über Jahre und müssen am Ende einen Studienkredit in dieser Höhe abbezahlen. Wenn es mit Little Lunch nicht geklappt hätte, wäre das Geld weg gewesen. Aber dann wäre Denis und mir etwas Neues eingefallen, da bin ich mir sicher.

Redaktion:Ihr wolltet euch unbedingt selbständig machen. Bevor ihr auf Suppen gekommen seid, hattet ihr ganz viele unterschiedliche Geschäftsideen. Woher kommt der unbedingte Wille, gründen zu wollen?

Daniel Gibisch :Unsere Eltern waren auch schon immer selbständig. Von Haus aus ist uns eine gewisse Risikofreudigkeit und ein großes Selbstbewusstsein mitgegeben worden. Was uns immer an einer Gründung gereizt hat: Du kannst mit deinem Einsatz deinen Erfolg komplett beeinflussen. Wenn du eine Million Prozent reingibst, bekommst du genauso viel raus. Du hängst dich nicht für einen Chef rein, sondern für dich selbst. Leistung zahlt sich voll aus! Ich glaube aber, dass man dieses Gründungsgen braucht, um es voll durchzuziehen. Aber wenn du es hast, ist es einfach das Größte!

Redaktion:Was würdest du angehenden Gründern empfehlen? Worauf müssen sie zu Beginn achten?

Daniel Gibisch :Das A und O ist Fokus! Man sollte sich komplett auf ein Produkt und eine Zielgruppe konzentrieren. Wenn dein Unternehmen Kaffee macht, machst du Kaffee. Punkt aus. Wenn du denkst: ‚Cool, zu Kaffee passt Milch, das machen wir jetzt auch noch’ verzettelst du dich. Den Kunden muss klar sein: Diese Marke steht für Kaffee – und sonst nichts. In dieses eine Produkt muss deine ganze Energie fließen.

Redaktion:Und wie findet man überhaupt ein Produkt, das sich am Markt durchsetzt?

Daniel Gibisch :Wichtig ist, dass die Zielgruppe maximal groß sein muss! Wenn du dich in rosafarbenen Quinoa verliebt hast, ist das zwar schön, aber die Frage ist, ob es da draußen viele andere Menschen gibt, denen es ähnlich geht (lacht). Viele Gründer glauben dann, dass sie einen Markt erschaffen können. Aber das ist immer schwierig. Denn wenn man ein Produkt erst lang und breit erklären muss, ist es viel schwerer. Erklären kostet Zeit – und Geld. Deswegen waren wir auch so schnell von Suppen begeistert: Suppen kennt jeder und mag jeder. Wir brauchen nur erklären, warum wir besser sind als andere. Und das ist easy! (lacht)

Redaktion:Mit eurem Auftritt in der „Höhle der Löwen“ habt ihr den Durchbruch geschafft. Judith Williams und Frank Thelen investierten zusammen 150.000 Euro. Schon während der Sendung brach euer Server zusammen!

Daniel Gibisch :Das war natürlich irre! Was ich auf jeden Fall angehenden Gründern mitgeben möchte: Habt keine Angst vor Investoren. Im Gegenteil: Ein guter Investor bringt nicht nur Bargeld mit, sondern schafft echten Mehrwert. Judith zum Beispiel hat Kontakte, ein Netzwerk, das nötige Know-how und einen großen Namen. Ganz ehrlich? Das ist eigentlich unbezahlbar!

Redaktion:Ihr standet sogar mit ihr zusammen vor der Kamera und konntet eure Suppen bei HSE24 vorstellen.

Daniel Gibisch :Diese Möglichkeit zu haben, öffnet einem natürlich viele Türen! Inzwischen hat diesen Part übrigens meine Mutter übernommen, sie macht das sogar besser als wir. (lacht)

Redaktion:Was kannst du Gründern noch mit auf den Weg geben?

Daniel Gibisch :Mach es nicht fürs Geld, sondern für ein höheres Ziel. Wir bei Little Lunch wollen zum Beispiel alles in unserer Macht Stehende tun, um der Umwelt etwas zurückzugeben. Unser Unternehmen ist komplett CO2-neutral und aus dem Black Friday machen wir einen Green Friday und pflanzen Bäume. Wenn man einen tieferen Sinn in seiner Arbeit hat, erfüllt es einen erst so richtig.

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Hinter Little Lunch stehen die Brüder Denis und Daniel Gibisch. Im Juni 2014 kamen ihre Bio-Suppen erstmalig auf den Markt. Durch die Sendung „Höhle der Löwen“ gelang ihnen im Herbst 2015 der Durchbruch. Frank Thelen und Judith Williams stiegen als Investoren mit ein – und der Start für eine irre Erfolgsgeschichte war geglückt: Heute sind sie bei Bio-Suppen Marktführer! Im ersten Quartal 2019 setzte Little Lunch bereits eine Million Euro um.  Inzwischen haben sie das Sortiment um Brühen und Smoothies erweitert.

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