happiness mut ist angst in bewegung

Mut ist Angst in Bewegung

Wenn Tiere Angst haben, fallen sie oft in eine Schockstarre. Auch wir Menschen kommen in Situationen, in denen uns der Schreck in die Glieder fährt. Und dann müssen wir uns entscheiden: Bleiben wir erstarrt – oder stellen wir uns der Angst und treten ihr entgegen?

Ihr Lieben,

vor Weihnachten krönte ein fulminantes Finale die diesjährige Staffel von „Dancing on Ice“. Habt ihr es gesehen? Ist es nicht unglaublich, was die Kandidaten aufs Eis gezaubert haben?! Mich hat das nicht nur schwer beeindruckt, sondern mir ist im Laufe der Sendung noch einmal die Bedeutung einer ganz elementaren Frage klargeworden: Was bedeutet eigentlich Mut?
Schon beim Training gehen die Kandidaten an ihre Grenzen. Viele Stürze und Tränen später (und manchmal sogar mit Verletzungen) stehen sie dann bei uns in der Show im Rampenlicht und müssen „abliefern“, wie es so schön im Fernsehjargon heißt. Und wahrscheinlich hat man es auch vor dem Bildschirm sehr gut gesehen: Vielen Kandidaten stand die Angst auf der Stirn geschrieben. Aber anstatt aufzugeben, haben sie sich durchgebissen. Sie haben sich trotz ihrer Sorgen im wahrsten Sinne des Wortes aufs Glatteis begeben und sich auf dieses unberechenbare Etwas eingelassen. Ich saß staunend hinter dem Jury-Pult und plötzlich fiel es mir wie Schuppen von den Augen: Mut ist Angst in Bewegung. Natürlich, da lief die Angst auf zwei Beinen (beziehungsweise Schlittschuhen), aber die Betonung liegt auf „lief“. Es gab eine Vorwärtsbewegung, ein tapferes Weitermachen, ein Nicht-Aufgeben-Wollen, ein Ich-schaff-das. Und genau das gilt nicht nur für die Eisfläche, sondern auch für unser Leben!

Wir haben es selbst in der Hand, uns aus der Schockstarre zu befreien

Wenn Tiere Angst haben, weil sie zum Beispiel von einem Beutegreifer bedroht werden, verfallen sie oft in eine Schockstarre. Sie werden im wahrsten Sinne des Wortes starr vor Angst und können sich nicht mehr bewegen. Auch wir Menschen kennen sicher alle Situationen, in denen wir richtig Angst haben. Der Schreck fährt uns dann in die Glieder. Aber genau an dieser Stelle haben wir unser Schicksal in der Hand. Bleiben wir in der Schockstarre wie das angeschossene Reh, das unfähig ist, sich zu bewegen? Oder stellen wir uns der Angst – und bewegen uns!

Entscheiden wir uns dafür, mutig zu sein, gehen uns viele Gedanken durch den Kopf und der Körper wird von Emotionen einmal von oben bis unten durchgeschüttelt.

Das Herz klopft.
Die Beine werden weich.
Schaff ich das?
Wie geht das aus?
Ist das nicht zu gefährlich?

Aber kennt ihr das Gefühl, wenn man sich überwunden hat? Oh ja, man wird belohnt! Mit unglaublich viel Stolz (auf sich selbst) und einem enormen Glücksgefühl. Wie mutig man war! Endlich kein „Was-wäre-wenn-gewesen“ mehr! Ich bin fest davon überzeugt, dass man später nicht die Dinge bereut, die man getan hat, sondern die Dinge, die man nicht getan hat.

 

Wenn du deine Ängste überwindest, lernst du jemanden kennen, auf den du stolz sein kannst: dich selbst.

Judith Williams

Don’t let fear make your decision

Viele denken, dass mir immer alles zugeflogen ist. Aber soll ich euch was sagen? Das Gegenteil ist der Fall! Wie oft wollte ich mich verkriechen, weil ich mich keinen Schritt weiter getraut habe. Als Kind hatte ich Angst, meinen Tanz beim Ballett nicht gut genug zu können. Als Teenager fand ich mich nicht schön genug. Als junge Frau hatte ich Sorge, nie so gut singen zu können wie mein Vater, der Opernsänger. Und als Erwachsene war ich nach einer zerbrochenen Beziehung mit einem Male alleinerziehend und hatte schlicht Angst, das nicht alles zu schaffen. Und damit nicht genug: Auch die Selbstständigkeit flößte mir einen Heidenrespekt ein. Das Thema „Angst“ begleitet mich, ich denken kann. Aber jedes Mal – auch heute noch – sage ich mir: „Don’t let fear make your decision – Lass nicht die Angst für dich entscheiden!“ Ich bin meinen Eltern unendlich dankbar, dass sie mir diesen so unglaublichen wichtigen Glaubenssatz mit auf den Weg gegeben haben: „Du kannst das, Judith! Mach es einfach!“

Nach dem Hinfallen kommt das Aufstehen

Ich wünsche euch von ganzem Herzen, dass ihr es auch schafft, euren Ängsten zu stellen.

Dass ihr vielleicht endlich das Gespräch führt, das euch schwer auf dem Magen liegt.
Dass ihr die medizinische Untersuchung angeht, vor der ihr euch schon so lange drückt.
Dass ihr euch traut, beruflich neue Wege einzuschlagen.
Dass ihr mutig genug seid, alleine in den Urlaub zu fahren.

Und dass ihr so seid wie ihr seid!

Denkt immer dran: Mut ist Angst in Bewegung. Ihr werdet auf eurem Weg wahrscheinlich sicher mal stolpern, es wird auch oft wacklig sein und vielleicht fallt ihr mal ordentlich auf die Nase (oder auf den Hintern wie die Eisläufer bei Dancing on Ice). Aber wisst ihr was? Ihr könnt stolz auf euch sein, denn ihr habt die Herausforderung angenommen. Und ob auf der Eisfläche oder im normalen Leben: Wenn man hinfällt, steht man auf – und es geht weiter. Ich versprech’ es euch!

Alles Liebe,
eure Judith

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Kommentare

  1. Liebe Judith, ich bin ein großer Fan von dir, habe deine Bücher gelesen und habe deine Kosmetik, du machst mir Mut, schön, dass es dich gibt 😘💞👍

  2. Gabriela Wittkop 07.01.2020, 12:42

    Da ist was dran.Mir ist es auch schon so gegangen.Wenn man die Angst überwunden hat ,fühlt man sich stärker und auch stolz.

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