Prima, Ballerina!
Wie Judith zum Tanzen kam

Ihr Lieben, wie viele junge Mädchen habe auch ich von einer Ballett-Karriere geträumt. Kein Wunder: Bei uns Zuhause wurde ständig gesungen und getanzt, selbst wenn Besuch da war.

Von der Pirouette im Wohnzimmer zum Plié an der Ballettstange
In unserer Wohnung wurden einfach die Möbel an die Seite geschoben und los ging’s! Das hat mich ganz sicher „angesteckt“. Unter Anleitung meiner Mommy hüpfte ich schon als Dreijährige mit Ballettschuhen durchs Wohnzimmer. Später fuhr sie mich dreimal in der Woche ins entfernt gelegene Trier, damit ich den Ballettunterricht besuchen konnte. Nicht weil ich so ein Riesentalent war, nein, allein weil sie wusste, wie glücklich mich tanzen machte. Mein Wunsch war es zu fliegen. Das übte ich monatelang. Ich gab nicht auf: Immerhin schaffte ich es beim Tanz ein paar Millimeter abzuheben.

Ich hielt dem Ballett wortwörtlich die Stange und wurde dafür belohnt: Eines Tages ermutigte mich Frau Kabos, meine damalige Trainerin, bei den Profis mitzutanzen – als einziges Kind bei den Erwachsenen! Ich nahm das Kompliment als Motivation wahr. Rückblickend betrachtet war es für meine Persönlichkeitsentwicklung und mein Körpergefühl eine unglaublich wertvolle Erfahrung, gerade zu einer Zeit, in der junge Mädchen oft sehr unsicher sind. Tanzen war mein Lichtblick und mein Ausgleich zur Schule, durch die ich mich mit sehr viel Mühe gequält habe.

Nach dem Abi habe ich dann klassischen Gesang an der Hochschule für Musik in Köln studiert und in den Semesterferien Ballett-Intensivkurse an der Royal Academy of Music in London belegt. Aber für eine Prima Ballerina war ich einfach zu groß und nicht zierlich genug, trotzdem war es eine wunderbare Zeit, aus der ich etwas Entscheidendes für mein Leben mitgenommen habe: Disziplin. Heute denke ich oft, dass Tanzen meine Rettung war. Mit zunehmendem Ballettkönnen wuchs auch meine innere Haltung, meine Stärke. Ich lernte durchzuhalten, was mir nur wenig später – als das Leben mich mit einer Erkrankung herausforderte und meine Bühnenträume zunichte machte – wieder aufstehen ließ. Und nach vorne blicken ließ.

Jetzt fühle ich mich bei Let’s Dance wie die kleine Judith: Ich bin beseelt und voll motiviert bis in jede Haarspitze. Dazu passt auch mein Motto, das ich gerne mit euch teilen möchte: „Trau dich, und tanz den Tanz deines Lebens. Den Weg deines Lebens musst du sowieso gehen, und ich hoffe du tanzt ihn.“

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