Unwiderstehlich weiblich
Judith goes sexy!

Ihr Lieben, wie ihr vielleicht mitverfolgt habt, hatte ich mit der Rumba meine erste Begegnung mit einem Tanz, der tiefe Leidenschaft ausdrückt. Diese Woche bekam ich Gelegenheit, das Thema noch weiter zu vertiefen: Mit einer Salsa zu dem Song „Aguanile“ von Marc Anthony. Meine Aufgabe war es also, unwiderstehlich zu sein – aber das war mal wieder leichter gesagt als getan. Auf dem Programm stand pure Weiblichkeit und „Sexiness“, verpackt in eine Choreografie voller erotischer Schritte und Bewegungen.

Viele Facetten der Weiblichkeit
Wisst ihr, viele bewerten Weiblichkeit nach Äußerlichkeiten: High Heels, ein hübsches Kleid, lange Wimpern und rote Lippen. Damit habe ich schon sehr früh Erfahrungen gemacht. Ich kann mich erinnern, dass mich deutsche Jungs immer aufgezogen haben: „Hey Judith, was bist du für eine Tussi mit Deiner ganzen Schminke?“ Ich dachte mir: „These are my toys“!

Nur weil ich schon immer Beauty und Kosmetik liebe, bin ich doch keine Tussi! Das ist wirklich ein Dilemma, finde ich, denn wir Frauen bewegen ständig zwischen den unterschiedlichsten Anspruchshaltungen. Ist Weiblichkeit unsere Fürsorge für die Liebsten oder beschreibt sie, dass wir begehrenswert für Männer sind? Der Druck unter dem wir stehen, kommt nicht nur von außen. Auch wir selbst sind dafür verantwortlich mit unserem Perfektionismus.

Eine andere Erwartungshaltung spielt in der Gesellschaft eine Rolle: Wir leben in einer – nach wie vor – stark männlich geprägten Zeit. Alles was für mich das Frausein ausmacht – Sanftheit, Leidenschaft und Emotionalität – hat da keinen Platz. Aber bedeutet es wirklich, dass wir uns immer anpassen sollen? Ich kenne viele Frauen, die sich heutzutage für diese ursprünglichen Qualitäten fast schämen. All dies beschäftigte mich, als die Salsa in mein Leben kam.

Hot Salsa oder Sour Cream?
Zu dem Tanz hatte ich zuvor noch nie Berührung, außer beim Kochen – ich bereite für meine Family gerne eine leckere mexikanische Salsa zu. Die Salsa auf dem Parkett jedoch braucht eine ganz andere Würze: Es geht um Sexualität, hot dancing und leidenschaftliche Hingabe! Um diese Emotionen glaubwürdig zu tanzen, musste ich mich noch intensiver mit meiner Weiblichkeit auseinandersetzen. Beim Training sollte ich sexy gucken, vor laufender Kamera. Und das kostete mich soooooo viel Überwindung: Ich musste andauernd lachen. Erich sagte: „Ich zeige dir, wie man weiblich und sexy ist, und du wirst sehen in vier Tagen mache ich eine Hot Salsa aus dir!“ Dabei fühlte ich mich eher wie Sour Cream!

Für mich ist es schwer, dieses Gefühl – das ich sonst mit Intimität verbinde – so auf Knopfdruck zu zeigen. „Was ist für dich sexy, Judith?“, wurde ich beim Training gefragt. Ich finde, „Sexiness“ kommt von innen. Es ist ein Teil der Weiblichkeit, der von ganz allein entsteht, wenn man bei sich selbst ist. Das kann sich in einem Lächeln zeigen oder in einer subtilen Andeutung.

Eine ganz neue Seite
Verrückt ist, dass diese intensive Auseinandersetzung mit mir auch eine Veränderung mit sich gebracht hat. Denn mit jedem weiteren Probentag, den ich diese erotische Choreografie voller eindeutiger Schrittfolgen und Hebefiguren getanzt habe, ließ ich mich auf eine Reise zu mir selbst ein, und spürte eine neue Freiheit in mir. Das stellte nicht nur Erich als Coach zufrieden, sondern machte mich als Frau glücklich. Was zum Vorschein kam, war eine wunderbare verborgene – in Wahrheit uralte – Form der Weiblichkeit: die Lust, sich selber auszudrücken. Wenn man alle Blockaden und gesellschaftlichen Schranken zum Thema „Sexiness“ im Kopf beiseite rückt, dann gelingt das auch! Und ich kann euch sagen, das fühlt sich wirklich sehr befreiend an! Es ist toll, eine neue Facette von sich zu entdecken. Wartet ab, damit werde ich bald noch öfter spielen 😉

Foto: MG RTL D / Stefan Gregorowius

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Titelbild: MG RTL D / Stefan Gregorowius