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Warum Judith Williams in BitterLiebe investiert

Auf unseren Speiseplänen spielen Bitterstoffe heute kaum noch eine Rolle. Wie bitter! Denn die Substanzen, die aus Pflanzen wie Enzian, Gänseblümchen und Löwenzahn gewonnen werden, tun uns richtig gut. Die Gründer des Start-ups „BitterLiebe“ verhelfen den Gesundmachern nun zu einem Comeback – und werden dabei von Judith Williams unterstützt.

Schwiegermutter knows best: Wie die Idee entstand

Eine neue Entdeckung? Gar eine Erfindung? Nein, ganz im Gegenteil: Bitterstoffe sind zunächst einmal nichts Neues: Schon im Mittelalter schwor die Universalgelehrte Hildegard von Bingen auf den positiven Effekt, den diese Substanzen auf unsere Verdauung haben.

Allerdings: Heute stehen Bitterstoffe kaum noch auf unseren Speiseplänen, die oft viel zu süß sind. Nur wenige nutzen noch die gute Wirkung der Substanzen, die unter anderem in Enzian, Gänseblümchen und Löwenzahn vorkommen.

Eine dieser kundigen Menschen sollte die Inspiration zu einem Start-up sein, das in „Die Höhle der Löwen“ für mächtig Furore sorgte: BitterLiebe. Im Haus ihrer Freundinnen, zweier Schwestern, lernten die Gründer Andre Sierek und Jan Stratmann durch die Schwiegermutter-in-spe eine kleine Tradition kennen und schätzen: Die Heilpraktikerin servierte nach dem Essen statt Espresso gerne Bitterstoffe. „Das hat uns so gut gefallen, dass wir uns gefragt haben, wie man das für junge Leute wieder attraktiv machen kann“, erzählt Andre. Denn Design und Rezeptur der gängigen Produkte überzeugten ihn nicht, wirkten altbacken.
Andre hatte bereits früher zwei Start-ups gegründet, gemeinsam mit Jan wollte er es nun ein drittes Mal versuchen. Nun läuft ihr Start-up BitterLiebe so gut, dass Judith Williams in der Gründershow begeistert war – und als Investorin und Beraterin Andre und Jan hilft.

BWLer sind keine Heilpraktiker: Wie BitterLiebe entwickelt wurde

„Wir sind beide BWLer, mit dem Mixen der Stoffe kannten wir uns also nicht wirklich aus“, sagt Andre. Zum Glück hatten die beiden im Bekanntenkreis viele Ärzte und Heilpraktiker, die bei der Zusammenstellung eines Rezeptes halfen. Nach vielen Versuchen entstand schließlich eine Version, die in Produktion gehen konnte. Im Mai 2018 kamen die ersten Flaschen bei ihnen an. Darüber hinaus arbeiteten die Gründer daran, die Fläschchen möglichst modern zu gestalten, zum Beispiel ohne Tropfenpipette am Flaschenhals. „Sonst sieht das schnell komisch aus, wenn sich jeder rund um den Tisch nach dem Essen ein paar Tropfen in den Mund gibt“, sagt Andre.

Zunächst vermarkteten die Gründer das Produkt über Facebook-Werbung. Die meisten Kunden sind bisher überraschenderweise Frauen ab 35, nicht die ganz jungen Menschen, die BitterLiebe ursprünglich ansprechen wollte. „Wir freuen uns natürlich über jeden Kunden, der zu uns kommt“, betont der Gründer.

Bitte bitter! Welche Produkte bietet BieterLiebe an?

Aktuell vertreibt BitterLiebe drei verschiedene Produkte: Tropfen, ein Pulver und einen Tee. Die Produkte sind dabei vielseitig einsetzbar. Online stellt BitterLiebe immer wieder Rezepte vor, in die sich die Stoffe ohne weiteres integrieren lassen. Das Pulver etwa eignet sich für Panaden und als Müslizusatz. Ein wichtiger Punkt für den Erfolg sei der Geschmack, sagt Andre: „Der ist bei uns erfrischender als bei klassischen Bitterstoffen. Das überrascht und freut unsere Kunden“.

Zu den Produkten

Judith Williams ist an Bord: Wo geht die Reise jetzt hin?

Für Judith Williams entschieden sich die beiden Gründer, 25 und 26 Jahre alt, wegen ihrer Business-Erfahrung. Ganz besonders wertvoll: Williams Know-how im Vertrieb. Neben dem eigenen Onlineshop soll es die Produkte bald auch in Drogeriemärkten und beim Shoppingsender HSE24 geben. Die Investorin hat den jungen Unternehmenschefs mit ihrer Erfahrung geholfen. „Zum Beispiel bei der Preisbildung“, berichtet Andre. Ursprünglich sei man da eher locker herangegangen und habe sich überlegt, wie man halbwegs profitabel arbeiten könne. „Im Handel sieht das aber plötzlich anders aus, da muss man auch das Umfeld im Geschäft bedenken“.

In fünf Jahren will BitterLiebe der größte Anbieter für solche Bitterstoffe in Europa sein. Vor kurzem eröffnete die junge Firma einen Online-Shop in Großbritannien, der sehr erfolgreich startete. Weitere Länder sollen folgen. „Egal wo wir hinkommen, wir stellen immer wieder fest, dass das Thema bisher unter den Tisch gefallen ist“, sagt Andre. Sobald man aber die ersten Kunden erreicht habe, sei das Feedback positiv. Die Bitterstoffe, sie wirken noch heute.

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