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„Wenn du weißt, wo du hinwillst, kommst du auch an!”

Wisst Ihr, warum so wenige Mädels in „Die Höhle der Löwen” kommen? Meine Vermutung: Sie denken, sie müssten perfekt sein, um bei uns antreten zu können. Das ist schade, und stimmt vor allem nicht! Ihr müsst überhaupt nicht perfekt, Ihr müsst nur mutig sein! So wie die vier Frauen, die ich euch jetzt hier vorstelle. Sie haben sich getraut, an ihre Träume zu glauben – und das mit Erfolg!

Sie hatten Zweifel, haben sich selbst und ihre Erfolgschancen immer wieder hinterfragt – aber letztendlich haben sie es gewagt: Sie wurden Gründerinnen. Vier Frauen, vier Wege – und eine wichtige Erfahrung: Wir können alles erreichen, was wir wollen!

 

1) Jule Willing, Mitgründerin des Online-Hofladens Frischepost

„Ich glaube, es kommen viele Faktoren zusammen, warum immer noch weniger Frauen gründen. Unsere Gesellschaft wird teilweise noch immer stark von der veralteten Sichtweise geprägt, dass der Mann für das Geldverdienen verantwortlich ist, während die Frau sich um die Kinder und den Haushalt kümmert. Eine Denkweise, von der sich dringend verabschiedet werden sollte! Gleichzeitig besteht zudem oft der Glaube, dass die Selbstständigkeit nicht mit einer Familie vereinbar ist. Zwar können meine Mitgründerin Eva und ich das noch nicht beurteilen, aber wir glauben ganz fest daran, dass alles möglich ist und auch sein muss! Natürlich hatten wir bei unserer Gründung anfangs auch Sorge, Fehler zu machen, oder nicht genügend Erfahrung zu haben, schließlich macht man vieles zum ersten Mal. Überwunden haben wir es durch „Einfach machen”. Tut euch zusammen, scheut euch niemals, andere Gründer nach Hilfe und Feedback zu fragen und theoretisiert nicht lange rum. Unternehmer sind Macher und keine Wissenschaftler.“

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Juliane Willing (links) und Eva Neugebauer

2) Johanna Lehmann, Gründerin von „United Letters“, einem Verlag für personalisierte Kinderbücher

„Ich habe fünf Jahre in San Francisco gelebt und mir dort bei Freunden den Mut zur Selbstständigkeit abgeschaut. Ich wusste schon damals, dass ich eines Tages meine zwei Leidenschaften – Schriftstellerei und Technologie – zusammenbringe wollte, als Gründerin! Ich glaube, dass es Frauen schwerer haben, zu gründen, weil es insgesamt weniger erfolgreiche Vorbilder gibt. Wir brauchen einfach noch mehr Frauen, die bereit sind diesen Schritt zu gehen. Und daneben gibt es in Deutschland die berühmte „German Angst“, die lähmte auch mich lange! Ich habe aber festgestellt, dass ich als Person nur wachsen kann, wenn ich mich meinen Ängsten stelle und sie angehe. Sie dürfen mich also begleiten, zurückhalten sollen sie mich aber nicht. Für mich war immer der beste Tipp: Stell’ dir das Schlimmste vor und spiele dieses Szenario komplett durch. Mein Fazit: So schlimm kommt es dann oft gar nicht!”

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Johanna Lehmann

3) Isabell Probst coacht Lehrer, die sich beruflich neu orientieren wollen

„Hätte man mir als Studienrätin vor fünf Jahren erzählt, dass ich heute erfolgreich ein Coachingbusiness für Lehrer leite, die sich beruflich neu orientieren wollen – ich hätte nicht schlecht gestaunt! Mein freiwilliger Ausstieg aus der Sicherheit und gleichzeitigen Enge des Beamtentums hat in mir starke Veränderungen ausgelöst. Ich konnte Ängste zurückdrängen und mich auf das Gründungsabenteuer einlassen. Ein wichtiger Impulsgeber dabei war mein Mann Frank, ein Vollblut-Selbstständiger und Gründercoach, von dem ich viel lernen konnte. Im deutschen Geschlechterrollenbild ist es immer noch fest verankert, dass Frauen sich in bestehende Strukturen einordnen sollen, während Männer wetteifern. Die Hürden für Frauen sind höher, aber wir müssen auch unser eigenes Handeln und Denken hinterfragen. Auch ich musste mir das Selbstbild vom kleinen Mädchen, das trotz Bestnoten und starken Leistungen im Job nur wenig Selbstvertrauen in den eigenen Erfolg hat, „aberziehen“. Mein Rat an alle Frauen: Loslegen statt überanalysieren! Mut, Wachstum und Lernen entstehen erst mit dem Tun.“

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Isabell Probst (Foto Credit: Vera Prinz)

4) Seneit Debese, Gründerin von Greta & Starks. Die App macht Kinofilme für blinde und gehörlose Menschen zugänglich

„Mein Wunsch, blinden und gehörlosen Menschen Zugang zum Kino zu ermöglichen, war so groß, dass kein Platz für Zweifel war: Ich musste einfach loslegen. Es ging es mir wohl wie einigen Künstlern, die ja auch oft Getriebene im Sinne der eigenen Sache sind. Dass wir Frauen vermehrt eigene Unternehmen gründen und entsprechende Sichtbarkeit bekommen, halte ich für längst überfällig. Von Innovationen und erstklassigen Produkten und Dienstleistungen profitiert die ganze Gesellschaft. Natürlich fällt mir dabei auf, dass Frauen zum Teil noch nicht so mutig agieren wie Männer. Das ist schade, denn ich treffe oft auf geniale und überaus überzeugende junge Unternehmerinnen. Das, was fehlt, ist mehr Sichtbarkeit und noch mehr inspirierende Rolemodels. Frauen, die noch zögern, sage ich gern, dass ich an die Magie der Fokussierung glaube. Oder, um es einfacher zu formulieren: Wenn du genau weißt, wo du hinwillst, kommst du auch schneller an!”

seneit debese

Seneit Debese

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